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Die Kochkultur in Antalya und Umgebung

Aufgrund ihrer Lage als Zentrum zwischen Mittelmeer und Taurusgebirge, wegen der abwechslungsreichen Landschaft ihrer Umgebung und der Fülle ihrer Jahrhunderte alten Geschichte, besitzt die Stadt Antalya eine ganz einzigartige Kochkultur. Es lohnt sich, diese Kochkultur, die den Geschmack der Berge, der Erde und des Meeres vermischt und die Schätze einer vielseitigen Geschichte in sich trägt, zu entdecken.

Antalya verfügt über alle geografischen und historischen Eigenschaften einer Mittelmeerstadt. Die regionale Küche ist geprägt von der Verschiedenartigkeit der in der Umgebung gedeihenden Erzeugnisse und durch die historisch entstandene kulturelle Vielfalt. Die Fruchtbarkeit von Bergen, Meer und Erde, die die Stadt umgeben, bereicherte die Küche nicht nur, sondern schuf auch geeignete Voraussetzungen für verschiedene Einflüsse auf die Küche. So wie es heute in der Küche von Antalya einst aus fernen Ländern kommende Früchte und Gemüse gibt, so gibt es auch Zubereitungsarten, die Einflüsse anderer Kulturen tragen. Die Küche von Antalya umfasst zahlreiche Epochen, vom Neolithischen bis zum antiken Zeitalter, von der Byzantinischen bis zur Seldschukischen und Osmanischen Epoche, und all diese Schätze vermischen sich und spiegeln sich auf der Speisekarte wider.

Während im Osmanischen Reich die in der Stadt lebenden verschiedenen religiösen Gruppen eine gemeinsame Kochkultur hatten, haben religiöse Verbote einige Differenzierungen mit sich gebracht. Zur Zeit der Osmanen war Antalya administrativ an die Provinz Konya gebunden und wurde so zum Meereszugang der fruchtbaren Ebene von Konya. So entstand ein starkes Band zwischen dem vollkommen kontinentalen Konya und der Küstenstadt Antalya und diese Verbindung ist der Grund für die Gemeinsamkeiten der Küche der beiden Städte. Die tiefe Verbindung von der Küste über das Taurusgebirge bis nach Zentralanatolien bestand im Grunde genommen seit der Antike und durchgehend fand hier ein reger Nahrungsmittelaustausch statt. Der intensive Handel zwischen den Häfen von Antalya und Umgebung und Alexandria, Zypern und den syrischen Häfen führte dazu, dass die Küche Antalyas auch von der arabischen und afrikanischen Küche beeinflusst wurde. In der jüngeren Vergangenheit haben sich durch Einwanderer und den Bevölkerungsaustausch von Kreta und Thessaloniki auch Eigenschaften der ägäischen und balkanischen Kochkultur auf die Küche von Antalya ausgewirkt. Interessanterweise rühren die ägäischen und balkanischen Einflüsse nicht wie oft angenommen wird von den ortsansässigen Griechen, sondern von den durch Einwanderung und Bevölkerungsaustausch hier her gekommenen Einwohnern aus Thessaloniki und Kreta. Auch wenn die einheimischen Griechen und die anderen einheimischen Bürger von Antalya eine gemeinsame Kochkultur haben, so haben doch aufgrund ihrer Regeln während der Fastenzeit einige Essgewohnheiten der Griechen Spuren in der Küche von Antalya hinterlassen.

Auf der anderen Seite sind die Einflüsse der Nomadenkultur der in den Bergen lebenden Yörük-Stamme unbestreitbar. Die Küche von Antalya trägt generell die Grundeigenschaften der Türkischen Küche und erhält durch die genannten unterschiedlichen Einflüsse einen einzigartigen Charakter.

Die Kochkultur der Siedlungen in der Umgebung von Antalya weist typische Merkmale für ihre Lage auf. Während im näheren Umkreis von Antalya Küstenorte wie Side, Alanya, Finike, Kaş und Kalkan sich durch ihre Nähe zum Mittelmeer auszeichnen, tragen die Ortschaften zu Füßen des Taurus wie Akseki, İbradı, Korkuteli und Elmalı die Einflüsse der Berge. Es lohnt sich, die Wechselwirkungen der regional-historischen Küche wie der von Ağlasun und Sagalassos näher zu untersuchen. Die Bedeutung der Seenlandschaft als Brücke nach Zentralanatolien in der Gegend von Burdur und Isparta bietet ein ganz spezielles, breitgefächertes Angebot an Genüssen.